Schutzimpfungen

hv_schutzimpfungen_500Die Entwicklung und breite Einführung der Schutzimpfungen gehört zu den erfolgreichsten medizinischen Behandlungsstrategien des letzten Jahrhunderts.

Tatsächlich ist es gelungen, durch die Impfkampagne der 1960er Jahre „Polio ist bitter, Schluckimpfung ist süß“ die Kinderlähmung in Deutschland komplett auszurotten. Heute gibt es keine in Deutschland erworbene Kinderlähmung (Poliomyelitis) mehr. Die Pocken gelten durch die zur Impfpflicht gemachte Schutzimpfung weltweit als ausgerottet. Auf der anderen Seite schaffen wir es nicht, die Masernerkrankung in Deutschland in den Griff zu bekommen. Grund hierfür ist eine zunehmende Impfmüdigkeit in der Bevölkerung und eine undefinierte grundsätzliche Skepsis Impfungen gegenüber. Tatsächlich ist das Risiko von Impfkomplikationen durch die neuen Impfstoffe um ein Vielfaches geringer als das Risiko, ohne Impfung zu erkranken und schwerwiegende Schaden zu behalten. Sie alle wissen aus den Medien, daß zum Beispiel die Virusgrippe Influenza jährlich Tausende von Todesopfern fordert. Es ist an der Zeit, veraltete Bedenken über Bord zu werfen! Informieren Sie sich hier, welche Schutzimpfungen für Sie sinnvoll sind:

AKTUELLE EMPFEHLUNGEN DER IMPFKOMMISSION DER DEUTSCHEN ÄRZTESCHAFT:

KEUCHHUSTEN
Die Immunität junger Erwachsener gegen Keuchhusten hat durch die nachlassende Impfbereitschaft in Deutschland bedenklich nachgelassen. Auch die Altersgruppe werdender Großeltern ist in der Regel unzureichend geschützt. Neugeborene besitzen in den ersten Wochen nach der Geburt keine Abwehrstoffe gegen Keuchhusten und sind bei einer Erkrankung lebensbedrohlich gefährdet (Stichwort „plötzlicher Kindstod“). Deshalb sollen alle werdenden Eltern möglichst noch vor der Schwangerschaft und alle engen Kontaktpersonen (Verwandte, Tagesmütter etc.) ihren Impfschutz überprüfen lassen. Unvollständig geimpfte Mütter sollten sich in den ersten Tagen nach der Geburt des Kindes impfen lassen.

GRIPPE
Schwangere nach dem 1. Trimenon sollen sich gegen Influenza (Grippe) impfen lassen, wenn Schwangerschaft und Geburt in das Winterhalbjahr fallen.

MASERN
Deutschland gehört weltweit zu den Ländern mit der höchsten Erkrankungsrate an Masern – ein trauriger Rekord, bedenkt man die mitunter schweren bleibenden Folgen einer Masernerkrankung bei nicht geimpften Jugendlichen und Erwachsenen! Es wird deshalb empfohlen, alle nach 1970 geborenen Menschen einmalig gegen Masern zu impfen, wenn keine zweimalige Impfung im Kindesalter durchgeführt wurde – auch wenn der Impfschutz unklar ist, bzw. die Erkrankung als Kind vielleicht durchgemacht wurde. Eine Impfung kann nach durchgemachter Erkrankung keinen Schaden anrichten. Eine vorhergehende Bestimmung der Masernantikörper wird deshalb nicht für sinnvoll gehalten.

GRUNDSÄTZLICHE INFORMATIONEN
Die Grundimmunisierung von Säuglingen und Kleinkindern wird in der Regel zusammen mit den regelmäßigen vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen vom Kinderarzt/-ärztin durchgeführt. In der Regel übernehmen wir Kinder als Hausärzte nach dem 10. Lebensjahr. Dann sind folgende Impfungen/Auffrischungen an der Zeit:

9. bis 17. Lebensjahr:
Auffrischung Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten und Polio
Komplettieren Hepatitis B, Meningitis, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken
für alle Mädchen 3x Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs Monate 0, 2 und 6

Ab 18. Lebensjahr:
Auffrischung Tetanus-Diphtherie alle 10 Jahre, Tetanus bei Verletzungen nach 5 Jahren
Auffrischung Keuchhusten einmalig mit Tetanus-Diphtherie zusammen
Nachholen Masern bei nicht oder nur 1x geimpften, die nach 1970 geboren sind
Grippe jährlich und einmalig Pneumokokken bei Risikopatienten

Ab 60.Lebensjahr:
Grippe jährlich und einmalig Pneumokokken bei allen Patienten/-innen

Die Impfung gegen „Zecken“ ist freiwillig und schützt nur gegen die (freilich z. T. schwere) FSME= Hirnhautentzündung, nicht gegen die viel häufigere Borreliose. Sie wird für den Kreis Offenbach empfohlen, besonders für Menschen, die viel und gern „draußen“ sind. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Impfung.
Auch die Impfung gegen Hepatitis A gehört nicht zum Routineprogramm. Sie wird insbesondere für Reisende in warme Länder ( auch in die Türkei ! ) empfohlen.
Vor geplanten Fernreisen sollten Sie sich unbedingt im Rahmen einer professionellen Reiseberatung bei uns informieren lassen. Die meisten Reiseveranstalter informieren Sie teils aus Unkenntnis, teils aus verständlichem wirtschaftlichen Interesse nicht ausreichend über ländertypische Risiken (siehe Reiseberatung).

 
 

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